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ZEN Buddhismus im zweiten Weltkrieg !

"Die ZEN Glaubens-Spanne reicht vom Strassenretreat gegen den Krieg bis zu solchen Äusserungen wie: 'Krieg ist mitfühlendes Töten.' Wer letztere These vertritt, der hat keine Ahnung vom Buddhismus, möglicherweise auch nicht vom Zen ..."
ZEN vom Ethik-Portal

"In Bezug auf die Beteiligung von Zen-Meistern am japanischen Militarismus während des Zweiten Weltkrieges gibt es eine kritische Diskussion auch über die Frage, ob diese Zen-Meister wirklich Zen-Meister waren - also ob sie wirklich Stufen der spirituellen Befreiung erlangt haben. ... muss dies verneint werden, aufgrund des eben beschriebenen Zusammenhanges von Ethischer Motivation und Befreiendem Wissen."
Hans Gruber

Motivation:
Es gibt viele Informationen über die Rolle des ZEN-Buddhismus in Japan wärend dem zweiten Weltkrieg. Vieles spricht gegen bekannte ZEN-Meister und ZEN-Äbte und manches auch wieder dafür. Fakt ist aber unbestreitbar, dass ZEN-Meister aktiv am Krieg beteiligt waren und unschuldige Menschen wegen nur einer politischen Sache noch nicht einmal im eigenen Land, sondern in der Heimat dieser Fremden, in Massen getötet haben. Weitere Meister waren zur Motivation der Truppen, zum Auffordern zum Töten und zum "legalisieren" des Töten für Buddhisten in Japan und in den überfallenen Ländern tätig gewesen. Ergänzen möchte ich das Ganze noch zum Theme Waffengewalt von vor dem 2. Weltkrieg.

"...innerhalb des Dharma Gleichheit besteht, weshalb es keine Überlegenheit und keine Minderwertigkeit gibt..."
Diamant Sutra

"Erkannt habe ich diese Lehre, die tiefe, ..., die friedvolle ..."
Gautama Buddha

"Nicht zu töten ist das aller erste der 5 Laiengelübte eines Buddhisten!"
"Die Krieger befragen den Erwachten zu dessen Haltung. Er will ihnen auf diese heikle Frage zunächst nicht antworten. Als sie ihn mehrfach drängen, sagt er, dass das Gegenteil zutreffe: Ein Soldat hätte im Gewalt- oder Kriegsakt einen "niederen und verderbten Geist", weil in ihm zwangsläufig Hass und Tötungsintentionen vorherrschen. Mit diesem Geisteszustand könne für ihn, wenn er umkäme, danach bloß Leiden das Resultat sein."

Es ist ganz unzweifelhaft, dass niemand der die Worte Buddhas noch ernst nimmt, jemals einen Menschen oder auch "nur" ein Tier töten würde.
Solche "Spitzfindigkeiten", dass die Welt und die Menschen sowieso nur Illusion sind und man ja so eine "Illusion" auslöschen kann ohne, dass sich das karmisch auswirkt, sind Hilfskonstruktionen von kranken Geistern, die nie das Wesen des Buddhismus erfasst haben. Jeder müsste sich selbst fragen, was Buddha zu so etwas sagen würde:

"Wir dürfen Zen nicht auf die Färbung reduzieren, die es über den Weg nach Japan erhalten hat. Zazen ist die Rückkehr zur Praxis von Shakyamuni, und diese Praxis war zuerst indisch, dann chinesisch, und schliesslich japanisch. Sie ist jetzt universell. Wenn man sich mit dem Leben und der ursprünglichen Unterweisung Buddhas vertraut macht, kann man sich ihn mit seinem Kesa, seiner Mönchsschale oder auch die Blume zwischen den Fingern drehend vorstellen, aber sicher nicht säbelschwingend oder bombenwerfend. Im Zweifelsfalle frage ich mich oft: Wie hätte Buddha hier und jetzt gehandelt?"
Um nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten von Roland Rech

"Deshalb ist es gerecht, diejenigen zu bestrafen, die die öffentliche Ordnung stören. Ob man tötet oder nicht tötet, die Regel, die das töten verbietet [wird erfüllt]. Die Regel, die das Töten verbietet, ist es, die das Schwert führt. Es ist diese Regel, die die Bombe wirft. Studiert also diese Regeln, und setzt sie in die Tat um."
buddhistische Zeitschrift Daihôrin von 1942

Hier ist so ein Beispiel wie versucht wurde, das Töten aus dem Buddhismus heraus zu legitimisieren. Fest zu stellen ist hier, dass Buddha nie davon gesprochen hat jemanden zu "bestrafen". Ob man tötet oder nicht ist im Buddhismus gerade aus seinem Ansatz heraus eben nicht belanglos. Auszuführen, dass die Regeln und Befehle die Waffe führen und eben nicht der ZEN-Anhänger selbst, mag zwar das Gewissen von unkritischen Anhängern erleichtern, aber wie steht es mit dem Gebot von Buddha, dass ein Buddhist nur wahre Worte zu sprechen hat und, dass auch ein Meister das Karma von Kriegern nicht ausser Kraft setzen kann?
Die Amerikaner haben das sicherlich genauso gesehen, beim Abwurf der Atombomben: Nicht der einzelne Mensch hat diese abgeworfen, sondern die Regel, das Gesetz, das System ... aber eben ganz ohne ZEN!

"Die Bestürzung der Holländerin hat den Grund, dass sie bis zu der Lektüre des Buches von Brian Victoria niemals gedacht hätte, dass "voll erleuchtete Roshis" ohne Mitgefühl und - in Gleichsetzung von Töten mit Befreiung - zum Töten fähig sein könnten."
Diese Bestürzung kommentiert der ZEN-Meister R. M. Sabaß folgendermaßen:
"Warum aber denn nicht? Sind nicht wir es, die aus den Roshis und Meistern Übermenschen machen?" Danach schildert er seine ursprüngliche Verwunderung im Hinblick auf die Überzeugung vieler japanischer Roshis, dass Frauen nicht erleuchtet werden könnten, mit den folgenden Worten: "Solche Unterschiede können doch vollkommen erleuchtete Roshis nicht machen! Machen sie aber doch, und, wie Brian Victoria belegt, viel Schlimmeres."

Ein deutscher ZEN-Meister argumentiert hier ganz klar, dass "formal" ernannte ZEN-Meister des wegen noch lange nicht ethisch hochstehend sein müssen und durchaus Menschenleben vernichten können/wollen.
Das bringt mich wieder auf das Thema, dass ZEN-Neulinge die Neurose haben "unbedingt" einen "echten" ZEN-Meister für sich finden müssen. Nur so ein "Meistertitel" sagt nichts darüber aus, ob der Meister nicht ein Massenmörder ist oder Frauen sexuell missbraucht hat. Es ist eben nur "Papier" und nur geduldige Worte - wahre ZEN-Meister müsst ihr in langen Jahren an ihren Taten erkennen. Der Dalai Lama schlägt hier mindestens 12 Jahre vor ...

"...auf der Grundlage langjähriger Recherchen präsentierten Antworten sind derart niederschmetternd, daß das Bild vieler, und zwar der bekanntesten Patriarchen, die Zen im 20. Jahrhundert von Japan in den Westen brachten, niemals wieder das alte wird sein können."
Der Weg des Todes - Zen, Nationalismus und Krieg

"Namhafte Zen-Priester haben sich der buddhistischen Lehren bedient, um junge Soldaten in einen sinnlosen Opfertod zu treiben ... und letztliche "Unwirklichkeit" des Todes, Massaker und Grausamkeiten gegenüber der Zivilbevölkerung legitimiert."
Hans-Günter Wagner

Einige belegte Einzelfälle von unwürdigen ZEN-Meistern:
Ich kann jetzt nicht mit meinen Mitteln den gesamten japanischen ZEN wärend des zweiten Weltkrieges betrachten, aber ich werde ein paar bekannt gewordene Einzelfälle herausgreifen um jedem Leser am praktischen Beispiel klar zu machen, welches menscheverachtende Verhalten es aus den ZEN-Führungskreisen in Japan gab.

"Meine Kameraden und ich konnten gar nicht genug davon bekommen, Menschen zu töten. In der Schlacht am Baolisi-Tempel jagte ich unsere Feinde in ein Loch, wodurch ich sie sehr gut nacheinander erledigen konnte. Deshalb veranlaßte mein Kompaniechef die Ausstellung eines Empfehlungsschreibens für mich, das ich aber nie erhalten habe."
Sawaki Kôdô Rôshi

"Wieso trifft es uns so hart, zu erfahren, daß sich auch Harada Roshi u. Yasutani Roshi die Begründer unserer Zen-Schule, offen zum japanischen Nationalismus und Militarismus bekannt haben?."
Dr. Friedrich Assländer: Zen, Nationalismus und Krieg

Auch dies ist eine Aussage direkt vom Roshi selbst. Natürlich kann sich jeder falsch verhalten und sogar töten, bevor er den Buddhismus ernst nimmt - die meisten von uns haben ein nicht-buddhistisches Vorleben. Nur die meisten ZEN-Anfänger und sicherlich vieler meiner Leser hier "erstarren in Erfurcht" wenn sie auf einen "echten" ZEN-Meister treffen, der das "Dharma" von einem anderen noch berühmteren ZEN-Meister übertragen bekommen hat. Genau das war auch bei Kodo so gewesen: er hatte "Erleuchtung" erreicht und wurde von einem anderen ZEN-Meister selbst zum ZEN-Meister ernannt. Erst danach ging er in den Krieg und hat die "Feinde" "niedergemetzelt", wie er das oben selbst beschrieben hat! Als "erleuchteter" und "ernannter" ZEN"-Meister" hat er im Namen Buddhas Massenmord begangen.
Als Kodo dann aus dem verlohrenen Krieg zurück kam, hat er diese ganzen sinnlosen Morde (ohne den Krieg zu gewinnen) bedauert. Aber nicht grundsätzlich, sondern nur weil der Krieg verlohren war. Später in seinem Leben, also Kodo wirklich weiser wurde und weniger anhaftete, konnte er endlich die Aussage treffen, dass jeder Krieg sinnlos ist!

"Das peinlichste Beispiel ist der hochangesehene, geradezu populär gewordene Daisetz T. Suzuki, den man als großen Vermittlers des Zen-Weges und als Gesprächspartner von Erich Fromm kennt. Bestenfalls opportunistisch motiviert, in der Sache ohne Wenn und Aber hat er mit dem brutalen Nationalismus des Kaiserreichs kollaboriert."
von Ludger Lütkehaus

Für alle, die an einem "echten" ZEN-Meister anhaften hier noch die Information: Yamada Reirin (Leiter des Eihei-ji Tempels der Soto-Schule) hat sein Dharma dem Meister Taisen Deshimaru, der von Frankreich aus aktiv wurde, übertragen. Dieser hat die Association Zen Internationale (AZI) gegründet, der heute über 200 Dojos mit vielen neuen "Meistern" angehören. Wenn ihr einen Meister dieser AZI habt, bedenkt, wieviel Blut und Gewalt an dieser "Dharmaübertragungsline" klebt.

"Der Leiter der Heidelberger AZI-Niederlassung Ralf Halfmann verließ die Organisation nach neun Jahren und rückte sie in seiner im Worldwide Web veröffentlichten Analyse in die Nähe einer Sekte mit ausgeklügelten Mechanismen der Geisteskontrolle und Gehirnwäsche. Auch Halfmann gab als letzten Impuls für seinen Entschluß, aus der Sôtô-Gemeinde auszusteigen, die Lektüre von 'Zen at War' an. Dies ist kein Einzelfall geblieben."
Der Weg des Todes - Zen, Nationalismus und Krieg

(Anmerkung: Rald Halfmann war wohl eher Leiter des AZI Dojo Bonn und nicht in Heidelberg.)

Richtigerweise gab es mindestens einen deutschen ZEN-Meister, der deswegen sein Amt in der AZI niedergelegt hat - Respekt vor solcher Erleuchtung und Verantwortung für den ZEN und seinen Schülern!

"... haben konsequenterweise auf der Basis dieses Denkens ein neues, schreckliches Legitimationsargument für Auschwitz erfunden: Die gequälten, ermordeten Juden wollten ihrer Meinung nach im KZ nur ihr schlechtes Karma abarbeiten (!)"
Dr. Michael Schmidt-Salomon

Letztes Zitat zeigt, wie selbst bei uns im Westen vor dem 2. Weltkrieg und selbst noch heute Konzepte des Buddhismus dafür herhalten müssen / missbraucht werden, um die Massentötungen an Juden zu rechtfertigen

"[Wenn befohlen wird zu] marschieren: marsch, marsch; [oder zu ] schießen: peng, peng. Dies ist die Manifestation der höchsten Weisheit [der Erleuchtung]. Die Einheit von Zen und Krieg, über die ich spreche, erstreckt sich bis in die entferntesten Bereiche des heiligen Krieges."
Meister Harada Daiun Sôgaku

Meinen Buddhageist erfüllen solche verblendeten Worte mit Trauer. Buddha würde solche Aussagen vollständig als verblendet abweisen, wie in vielen Gesprächen mit Kriegern. Wie ein weiser (angeblich) und erleuchteter (anbeblich) ZEN-Meister (abgeblich) so die ZEN-Anhängerschaft auf primitivste Art und Weise für den Krieg und das Morden anheizt, ist kaum zu verstehen. Zu verstehen ist hier alleine: bei Harada Daiun Sôgaku gab es keine Erleuchtung, keine Meisterschaft, keine buddhistische Ethik, keine Verantwortung gebenüber ZEN und Buddhismus, keine Verantwortung für die anvertrauten ZEN-Anhänger.

"Brian Victoria engagierte sich in den späten sechziger Jahren in der japanischen Anti-Vietnamkriegs-Bewegung, als ihm vom späteren Abt des Sôtô-Haupttempels Eiheiji, Niwa Renpô (1905-1993), im Frühjahr 1970 unmißverständlich klar gemacht wurde, daß er als angehender Sôtô-Priester und graduierter Student der Komazawa-Universität nicht in der Antikriegs-Bewegung aktiv sein könne."
Der Weg des Todes - Zen, Nationalismus und Krieg

Ist ZEN an diesen Verfehlungen "Schuld"?
Ich möchte einmal die These wagen: Wenn es keinen ZEN in dieser Zeit des 2. Weltkrieges in Japan gegeben hätte, wäre weder etwas besser noch schlechter gelaufen - die Ursache dieser Verfehlungen liegen nicht im ZEN selbst. Es liegt in der Kultur der Japaner und ihrem Ehrenkodex, dass sie sich sklavisch ihrem Arbeitgeber und ihrem Kaiser unterordnen und dafür bedenkenlos in jeden Krieg ziehen und jeden "Feind" töten würden. Genau dies ist auch so unter den ZEN-Anhängern und der ZEN-Führungsschicht in Japan wärend des 2. Weltkrieges geschehen. Jeder Japaner hat die Forderungen seines Kaisers an ihn wichtiger genommen als die Forderungen Buddhas an ihn. Hier ist ganz klar noch die Anhaftung und Dualität der ZEN-Meister und ZEN-Äbte in Japan zu erkennen - kaum einer konnte sich hier wirklich befreien.
Genau das sollten wir bei jedem ZEN bedenken, der aus Japan zu uns kommt: wieviel davon ist japanische Kultur, wieviel Kriegskultur, wieviel Samurai-Kultur und wieviel davon ist der Mittlere Weg, den Buddha gelehrt hat? Nur letzteren kann ich euch wirlich guten Gewissens empfehlen!

"Gerade der bestürzende Kontrast etwa zwischen den gütigen Zügen des hochbetagten Meisters Harada Daiun Sôgaku (1879-1961) und dem Inhalt seiner Kampfschrift "Der eine Weg von Zen und Krieg" vom November 1939, jagt dem durch die Lektüre bereits verstörten Leser einen Schauer über den Rücken.."
Der Weg des Todes - Zen, Nationalismus und Krieg

Extreme und nicht buddhistische ZEN-Ausbildung in Japan:
Wer einmal sich nicht nur die touristisch geöffneten ZEN-Kloster in Japan anschaut, sondern die klassischen und konservativen ZEN-Klöster, in die kein Fremder hinein kommt, der kann sehen mit welchen extremen, menschenveranchtenden Mitteln hier ZEN-Mönche erzogen und ganz sklavisch "auf Linie" gebracht werden. Viele dieser ZEN-Mönche sind gar nicht freiwillig in diesen Klöstern, sondern müssen gezwungenermassen dorthin, z.B. weil die Eltern das verlangen und die japanische Kultur hier keine Ablehnung zulässt oder weil finanzielle und Erbschaftsthemen von einem Titel eines ZEN-Priesters abhängen. Keiner dieser ZEN-Mönche kann mehr über sich selbst und sein Handeln bestimmen (oder kaum!). Keiner dieser ZEN-Mönche hat noch irgendwelche Menschenrechte. Keiner dieser ZEN-Mönche kann i.d.R. freiwillig aus dem Kloster heraus - dies ist genau wie bei in Deutschland verurteilenswerten Sekten. Nur für Japaner ist das selbstberständlich.

"Der Drill einer Militärakademie ist nichts dagegen."
Focus Reportage: Zen - Eine Woche im Kloster Tenryu-ji

"Der Zenmeister, der seinen Schüler erschlug, wurde nicht angeklagt. In Japan geht der Gesetzgeber davon aus, daß im Kloster andere Regeln gelten als in der übrigen Gesellschaft. Denn hier ordnen sich Menschen freiwillig einer Autorität unter, um innere Befreiung zu erlangen, eine Freiheit, die - dem Buddhismus entsprechend - jenseits von körperlicher und geistiger Begrenzung liegt. Alle Methoden, die zum angestrebten Ziel führen, sind gerechtfertigt ... Soll der Guru über die physische Begrenzung hinausführen, hat er logischerweise die Lizenz zum Töten."
Erwachen um jeden Preis?

Für mich möchte ich das einmal auf den folgenden Punkt bringen: Wer in Deutschland den Wehrdienst ableistet oder sich als Zeitsoldat verpflichtet, hat mehr Rechte und eine bessere Betreuung als ein ZEN-Mönch in Japan in solch einem Kloster!

"Es hat bis zum Jahre 2001 gedauert, bis erstmals eine japanische Zen-Gemeinschaft öffentlich ihr Bedauern über «falsche Worte und Taten» ihrer damaligen spirituellen Führer zum Ausdruck gebracht hat."
Hans-Günter Wagner

"Auch die Ämter des Abts der großen Tempel der Kinai-Gegend wurden immer häufiger von kaiserlichen Prinzen und Mitgliedern der einflussreichen Familien des Hofadels besetzt, die dann versuchten die Ressourcen der Tempel für die Machtinteressen ihrer Familienzweige einzusetzen."
The Teeth and Claws of the Buddha

Waffengewalt schon vor dem 2. Weltkrieg:
Die buddhistischen Klöster mischten sich schon lange vom dem 2. Weltkrieg in politische Machtspiele und innerjapanische Waffengänge, als Ausbilder von Kriegern oder als Krieger ein. Viele Klöster hielten sich eigene Krieger.

"Ordinierte Mönche griffen jedoch selten zu den Waffen. Solche Aufgaben übernahmen meist rangniedrigere Tempelbedienstete, die auch ansonsten eher als Dienstpersonal im Tempel und im Tempelbesitz eingesetzt waren."
The Teeth and Claws of the Buddha

Kleine Ehrenrettung für den Japanischen ZEN:
Es soll auch einzelne ZEN-Meister in Japan gegeben haben, welche vor ihrer Gemeinde gegen den Krieg predigten. Aber hierbei gab es vehementen Protest der Gemeinde und polizeiliche Verwarnungen. Auch gab es wohl ZEN-Meister (z.B. ZEN-Priester Daiun Gikô) welche in den Krieg geschickt wurden und sich dort weigerten zu Töten - mit der Folge, dass sie selbst gequält und misshandelt wurden, wenn nicht sogar einige erschossen.

"Da wurde schon 1911 ein (ZEN-)Abt seiner Würden enthoben und als Hochverräter gehängt, weil er die Armut der Armen sah und die aggressiv nationalistische Ideologie einer expansiven Machtpolitik des Kaiserhauses und der Samurai mit scharfen Worten geisselte. Blumen auf sein Grab zu legen, war bei Strafe verboten. Achtzig Jahre später, 1991, erfolgte die offizielle Rehabilitation von Uchiyama Gudo."
Buddha Goes West

Nachfolgend noch ein Zitat aus dem chinesischen Buddhismus:

"Wenn wir die amerikanischen imperialistischen Dämonen ausrotten, die den Weltfrieden stören, verhalten wir uns nach den Lehren des Buddhismus nicht nur untadelig, sondern wir sammeln sogar Verdienst an."
Holmes WELCH: Buddhism Under Mao

Interessante Links: Der Weg des Todes - Zen, Nationalismus und Krieg
Dr. Friedrich Assländer: Zen, Nationalismus und Krieg
ZEN, SAMURAI und FASCHISMUS
Präsentation: Zen-Buddhismus und Krieg
Claude AnShin Thomas: Zen, Nationalismus und Krieg
Rezension zu: Victoria, Zen, Nationalismus und Krieg
Offener Brief des Myoshinji-Klosters in Kyoto zum Versagen des Rinzai-Zen im 2. Weltkrieg

"Der Dalai Lama ist nicht nur der unendlich friedliche spirituelle Führer. Auch Diplomatie gehört zur Verhüllungswahrheit. Er hat sich zum Irakkrieg fast nicht geäussert. Jedenfalls nur so, dass alle seine US-amerikanischen Fans ihn ja nicht kritisieren könnten. Der Papst war viel tapferer in seinen Aussagen zum Irakkrieg. Warum hat die Friedensgestalt des beginnenden 21. Jahrhunderts, der Dalai Lama, sich so harmlos, so zurückhaltend zur Geschichte um den Irakkrieg geäussert? Wenn man solche Fragen stellt, merkt man: Er ist auch nur ein Mensch."