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| ZEN Buddhismus im zweiten Weltkrieg !
"Die ZEN Glaubens-Spanne reicht vom Strassenretreat gegen den Krieg bis zu solchen Äusserungen wie:
'Krieg ist mitfühlendes Töten.'
Wer letztere These vertritt, der hat keine Ahnung vom Buddhismus, möglicherweise auch nicht vom Zen ..."
"In Bezug auf die Beteiligung von Zen-Meistern am japanischen Militarismus während des Zweiten Weltkrieges
gibt es eine kritische Diskussion auch über die Frage,
ob diese Zen-Meister wirklich Zen-Meister waren
- also ob sie wirklich Stufen der spirituellen Befreiung erlangt haben.
... muss dies verneint werden,
aufgrund des eben beschriebenen Zusammenhanges von Ethischer Motivation und Befreiendem Wissen."
Motivation:
"...innerhalb des Dharma Gleichheit besteht, weshalb es keine Überlegenheit und keine Minderwertigkeit gibt..."
"Erkannt habe ich diese Lehre, die tiefe, ..., die friedvolle ..."
"Nicht zu töten ist das aller erste der 5 Laiengelübte eines Buddhisten!"
Es ist ganz unzweifelhaft, dass niemand der die Worte Buddhas noch ernst nimmt,
jemals einen Menschen oder auch "nur" ein Tier töten würde.
"Wir dürfen Zen nicht auf die Färbung reduzieren, die es über den Weg nach Japan erhalten hat.
Zazen ist die Rückkehr zur Praxis von Shakyamuni, und diese Praxis war zuerst indisch, dann chinesisch, und schliesslich japanisch.
Sie ist jetzt universell.
Wenn man sich mit dem Leben und der ursprünglichen Unterweisung Buddhas vertraut macht,
kann man sich ihn mit seinem Kesa, seiner Mönchsschale oder auch die Blume zwischen den Fingern drehend vorstellen,
aber sicher nicht säbelschwingend oder bombenwerfend.
Im Zweifelsfalle frage ich mich oft: Wie hätte Buddha hier und jetzt gehandelt?"
"Deshalb ist es gerecht, diejenigen zu bestrafen, die die öffentliche Ordnung stören.
Ob man tötet oder nicht tötet, die Regel, die das töten verbietet [wird erfüllt].
Die Regel, die das Töten verbietet, ist es, die das Schwert führt.
Es ist diese Regel, die die Bombe wirft. Studiert also diese Regeln, und setzt sie in die Tat um."
Hier ist so ein Beispiel wie versucht wurde, das Töten aus dem Buddhismus heraus zu legitimisieren.
Fest zu stellen ist hier, dass Buddha nie davon gesprochen hat jemanden zu "bestrafen".
Ob man tötet oder nicht ist im Buddhismus gerade aus seinem Ansatz heraus eben nicht belanglos.
Auszuführen, dass die Regeln und Befehle die Waffe führen und eben nicht der ZEN-Anhänger selbst,
mag zwar das Gewissen von unkritischen Anhängern erleichtern, aber wie steht es mit dem Gebot von Buddha,
dass ein Buddhist nur wahre Worte zu sprechen hat und, dass auch ein Meister das Karma von Kriegern nicht ausser Kraft setzen kann?
"Die Bestürzung der Holländerin hat den Grund, dass sie bis zu der Lektüre des Buches von Brian Victoria niemals gedacht hätte, dass "voll erleuchtete Roshis" ohne Mitgefühl und
- in Gleichsetzung von Töten mit Befreiung - zum Töten fähig sein könnten."
Ein deutscher ZEN-Meister argumentiert hier ganz klar, dass "formal" ernannte ZEN-Meister
des wegen noch lange nicht ethisch hochstehend sein müssen und durchaus Menschenleben vernichten können/wollen.
"...auf der Grundlage langjähriger Recherchen präsentierten Antworten sind derart niederschmetternd,
daß das Bild vieler, und zwar der bekanntesten Patriarchen,
die Zen im 20. Jahrhundert von Japan in den Westen brachten, niemals wieder das alte wird sein können."
"Namhafte Zen-Priester haben sich der buddhistischen Lehren bedient, um junge Soldaten in einen
sinnlosen Opfertod zu treiben ...
und letztliche "Unwirklichkeit" des Todes,
Massaker und Grausamkeiten gegenüber der Zivilbevölkerung legitimiert."
Einige belegte Einzelfälle von unwürdigen ZEN-Meistern:
"Meine Kameraden und ich konnten gar nicht genug davon bekommen, Menschen zu töten.
In der Schlacht am Baolisi-Tempel jagte ich unsere Feinde in ein Loch, wodurch ich sie sehr gut nacheinander erledigen konnte.
Deshalb veranlaßte mein Kompaniechef die Ausstellung eines Empfehlungsschreibens für mich, das ich aber nie erhalten habe."
"Wieso trifft es uns so hart, zu erfahren, daß sich auch Harada Roshi u. Yasutani Roshi
die Begründer unserer Zen-Schule, offen zum japanischen Nationalismus und Militarismus bekannt haben?."
Auch dies ist eine Aussage direkt vom Roshi selbst.
Natürlich kann sich jeder falsch verhalten und sogar töten, bevor er den Buddhismus ernst nimmt
- die meisten von uns haben ein nicht-buddhistisches Vorleben.
Nur die meisten ZEN-Anfänger und sicherlich vieler meiner Leser hier "erstarren in Erfurcht"
wenn sie auf einen "echten" ZEN-Meister treffen, der das "Dharma" von einem anderen
noch berühmteren ZEN-Meister übertragen bekommen hat.
Genau das war auch bei Kodo so gewesen: er hatte "Erleuchtung" erreicht
und wurde von einem anderen ZEN-Meister selbst zum ZEN-Meister ernannt.
Erst danach ging er in den Krieg und hat die "Feinde" "niedergemetzelt", wie er das oben selbst beschrieben hat!
Als "erleuchteter" und "ernannter" ZEN"-Meister" hat er im Namen Buddhas Massenmord begangen.
"Das peinlichste Beispiel ist der hochangesehene, geradezu populär gewordene Daisetz T. Suzuki,
den man als großen Vermittlers des Zen-Weges und als Gesprächspartner von Erich Fromm kennt.
Bestenfalls opportunistisch motiviert, in der Sache ohne Wenn und Aber
hat er mit dem brutalen Nationalismus des Kaiserreichs kollaboriert."
Für alle, die an einem "echten" ZEN-Meister anhaften hier noch die Information: Yamada Reirin (Leiter des Eihei-ji Tempels der Soto-Schule) hat sein Dharma dem Meister Taisen Deshimaru, der von Frankreich aus aktiv wurde, übertragen. Dieser hat die Association Zen Internationale (AZI) gegründet, der heute über 200 Dojos mit vielen neuen "Meistern" angehören. Wenn ihr einen Meister dieser AZI habt, bedenkt, wieviel Blut und Gewalt an dieser "Dharmaübertragungsline" klebt.
"Der Leiter der Heidelberger AZI-Niederlassung Ralf Halfmann verließ die Organisation nach neun Jahren
und rückte sie in seiner im Worldwide Web veröffentlichten Analyse in die Nähe einer Sekte
mit ausgeklügelten Mechanismen der Geisteskontrolle und Gehirnwäsche.
Auch Halfmann gab als letzten Impuls für seinen Entschluß, aus der Sôtô-Gemeinde auszusteigen, die Lektüre von 'Zen at War' an.
Dies ist kein Einzelfall geblieben."
Richtigerweise gab es mindestens einen deutschen ZEN-Meister, der deswegen sein Amt in der AZI niedergelegt hat - Respekt vor solcher Erleuchtung und Verantwortung für den ZEN und seinen Schülern!
"... haben konsequenterweise auf der Basis dieses Denkens ein neues, schreckliches Legitimationsargument für Auschwitz erfunden:
Die gequälten, ermordeten Juden wollten ihrer Meinung nach im KZ nur ihr schlechtes Karma abarbeiten (!)"
Letztes Zitat zeigt, wie selbst bei uns im Westen vor dem 2. Weltkrieg und selbst noch heute Konzepte des Buddhismus dafür herhalten müssen / missbraucht werden, um die Massentötungen an Juden zu rechtfertigen
"[Wenn befohlen wird zu] marschieren: marsch, marsch; [oder zu ] schießen: peng, peng.
Dies ist die Manifestation der höchsten Weisheit [der Erleuchtung].
Die Einheit von Zen und Krieg, über die ich spreche, erstreckt sich bis in die entferntesten Bereiche des heiligen Krieges."
Meinen Buddhageist erfüllen solche verblendeten Worte mit Trauer. Buddha würde solche Aussagen vollständig als verblendet abweisen, wie in vielen Gesprächen mit Kriegern. Wie ein weiser (angeblich) und erleuchteter (anbeblich) ZEN-Meister (abgeblich) so die ZEN-Anhängerschaft auf primitivste Art und Weise für den Krieg und das Morden anheizt, ist kaum zu verstehen. Zu verstehen ist hier alleine: bei Harada Daiun Sôgaku gab es keine Erleuchtung, keine Meisterschaft, keine buddhistische Ethik, keine Verantwortung gebenüber ZEN und Buddhismus, keine Verantwortung für die anvertrauten ZEN-Anhänger.
"Brian Victoria engagierte sich in den späten sechziger Jahren in der japanischen Anti-Vietnamkriegs-Bewegung,
als ihm vom späteren Abt des Sôtô-Haupttempels Eiheiji, Niwa Renpô (1905-1993),
im Frühjahr 1970 unmißverständlich klar gemacht wurde,
daß er als angehender Sôtô-Priester und graduierter Student der Komazawa-Universität
nicht in der Antikriegs-Bewegung aktiv sein könne."
Ist ZEN an diesen Verfehlungen "Schuld"?
"Gerade der bestürzende Kontrast etwa zwischen den gütigen Zügen des hochbetagten Meisters Harada Daiun Sôgaku (1879-1961)
und dem Inhalt seiner Kampfschrift "Der eine Weg von Zen und Krieg" vom November 1939, jagt dem durch die Lektüre bereits verstörten Leser einen Schauer über den Rücken.."
Extreme und nicht buddhistische ZEN-Ausbildung in Japan:
"Der Drill einer Militärakademie ist nichts dagegen."
"Der Zenmeister, der seinen Schüler erschlug, wurde nicht angeklagt.
In Japan geht der Gesetzgeber davon aus, daß im Kloster andere Regeln gelten als in der übrigen Gesellschaft.
Denn hier ordnen sich Menschen freiwillig einer Autorität unter, um innere Befreiung zu erlangen,
eine Freiheit, die - dem Buddhismus entsprechend - jenseits von körperlicher und geistiger Begrenzung liegt.
Alle Methoden, die zum angestrebten Ziel führen, sind gerechtfertigt ...
Soll der Guru über die physische Begrenzung hinausführen, hat er logischerweise die Lizenz zum Töten."
Für mich möchte ich das einmal auf den folgenden Punkt bringen: Wer in Deutschland den Wehrdienst ableistet oder sich als Zeitsoldat verpflichtet, hat mehr Rechte und eine bessere Betreuung als ein ZEN-Mönch in Japan in solch einem Kloster!
"Es hat bis zum Jahre 2001 gedauert, bis erstmals eine japanische Zen-Gemeinschaft
öffentlich ihr Bedauern über «falsche Worte und Taten»
ihrer damaligen spirituellen Führer zum Ausdruck gebracht hat."
"Auch die Ämter des Abts der großen Tempel der Kinai-Gegend wurden immer häufiger
von kaiserlichen Prinzen und Mitgliedern der einflussreichen Familien des Hofadels besetzt,
die dann versuchten die Ressourcen der Tempel für die Machtinteressen ihrer Familienzweige einzusetzen."
Waffengewalt schon vor dem 2. Weltkrieg:
"Ordinierte Mönche griffen jedoch selten zu den Waffen.
Solche Aufgaben übernahmen meist rangniedrigere Tempelbedienstete,
die auch ansonsten eher als Dienstpersonal im Tempel und im Tempelbesitz eingesetzt waren."
Kleine Ehrenrettung für den Japanischen ZEN:
"Da wurde schon 1911 ein (ZEN-)Abt seiner Würden enthoben und als Hochverräter gehängt, weil er die Armut der Armen sah
und die aggressiv nationalistische Ideologie einer expansiven Machtpolitik des Kaiserhauses und der Samurai mit scharfen Worten geisselte.
Blumen auf sein Grab zu legen, war bei Strafe verboten.
Achtzig Jahre später, 1991, erfolgte die offizielle Rehabilitation von Uchiyama Gudo."
Nachfolgend noch ein Zitat aus dem chinesischen Buddhismus:
"Wenn wir die amerikanischen imperialistischen Dämonen ausrotten, die den Weltfrieden stören,
verhalten wir uns nach den Lehren des Buddhismus nicht nur untadelig,
sondern wir sammeln sogar Verdienst an."
"Der Dalai Lama ist nicht nur der unendlich friedliche spirituelle Führer. Auch Diplomatie gehört zur Verhüllungswahrheit. Er hat sich zum Irakkrieg fast nicht geäussert. Jedenfalls nur so, dass alle seine US-amerikanischen Fans ihn ja nicht kritisieren könnten. Der Papst war viel tapferer in seinen Aussagen zum Irakkrieg. Warum hat die Friedensgestalt des beginnenden 21. Jahrhunderts, der Dalai Lama, sich so harmlos, so zurückhaltend zur Geschichte um den Irakkrieg geäussert? Wenn man solche Fragen stellt, merkt man: Er ist auch nur ein Mensch." | |||||