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Huang-po


Entstehen wie Beseitigen der Täuschung sind beides Täuschungen.

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Ernährung und Zen !

Es gibt immer wieder die (falschen) Unterstellungen, dass ZEN und Makrobiotik eng verbunden sind. Das ist alleine schon aus dem Grund unhaltbar, weil ZEN (Chan) schon im 6. Jahrhundert in China entstanden ist und die Makrobiotik erst nach 1900 in Japan und weder durch eine ZEN-Schule noch durch einen ZEN-Meister.

"Dieses Essen ist ein Geschenk des ganzen Universums, des Himmels, der Erde und vieler harter Arbeit.
Mögen wir so leben, daß wir würdig sind, dies zu empfangen.
Mögen wir unsere unheilsamen Geisteszustände überwinden, insbesondere Verlangen und Aversion.
Mögen wir nur Nahrung zu uns nehmen, die uns ernährt und vor Krankheit schützt.
Wir nehmen dieses Essen an, um den Weg des Verstehens und der Liebe zu gehen."
Klassisches ZEN-Essens-Gebet - hier von Thich Nhat Hanh

Die Ernährung im ZEN leitet sich durchaus noch von der Ernährung im Buddhismus ab, insofern werde ich nachfolgend auf ein paar Aspekte eingehen.

Soziokulturelle Aspekte des Essens von buddhistischen Mönchen:
In Südostasien waren die kleinen Klöster auf dem Lande voll integriert in die Dorfgemeinschaften. Das Dorf sorgte für möglichst gutes Essen für die Mönche (wenn sie nicht selbst Hunger litten ...) und erwarb sich damit ein positives Karma. Bei etwas grösseren Klöstern gingen die Mönche morgens Essen betteln - häufig in Gruppen. Manchmal stellten sich dann schon die Frauen im Dorf mit zubereitetem Essen auf so, dass die Mönche schon gleich diese Stellen anliefen. Mittelgrosse Klöster hatten dann so etwas wie eine Küche - aber kein "Personal" dafür. Dorthin kamen dann die Essensspender aus dem Dorf, wärmten das Essen noch einmal auf, bevor es an die Mönche verteilt wurde. Die Mönche speisten dann in grosser Runde mit ihren Laienanhängern und Spendern.

"Die speziellen Regeln, die laotische Mönche zu befolgen haben, sind aber gleichzeitig auch die Grundlage einer rituellen Ökonomie, die die Gemeinde der buddhistischen Laiengläubigen und das Kloster verbindet. Nahrung und Essen werden so zu wichtigen sozialen Metaphern, die Unterschiede aber auch Verbundenheit artikulieren."
aus: Mönche "essen" nicht

Esskultur:
Wenn man sich heute die noch konservativen ZEN-Klöster in Japan anschaut, dann spiel Essen und Ernährung erst einmal keine besonders grosse Rolle, auch eine besonders gesunde Ernährung wird eben nicht eingenommen und diese wird auch auf keine gesunde Art und Weise zu sich genommen.
Essen ist für einen ZEN-Mönch eine Nebensache und sollte nicht viel Zeit beanspruchen, damit er umso mehr Zeit für Meditation und Erleuchtung übrig hat. Insofern wird das Essen meist sehr schnell, fast schon gehetzt (erinnert vielleicht schon an das Pashamahl von Jesus Christus...) und in der Gruppe mit allen anderen ZEN-Mönchen eingenommen. Gesprochen wird dabei nicht - Äusserungen werden mit Handzeichen gegeben.

"Mein Organismus brauchte einige Wochen, um sich auf dieses anormale Essverhalten einzustellen. Bis dahin war es schwer, Blase und Aftermuskel zu kontrollieren ...
Später erfuhr ich dass viele Mönche deshalb Windeln tragen."
aus dem Buch: Abt Muho - Zazen oder der Weg zum Glück

"Durch langes Zazen hatte ich chronische Hämorrhoiden bekommen ... Präparat H gehört zur Grundausstattung in Zen-Klöstern, zusammen mit Malox, denn das zu schnelle Essen zu heisser Mahlzeiten ... die in Zen-Mägen Geschwüre hervorrufen."
aus dem Buch: Janwillem van de Wetering - Reine Leere

Wie uns ein bekannter ZEN-Abt im Zitat zuvor eingesteht, ist das Essen (Nahrung und Tätigkeit) in ZEN-Klöstern häufig "anormal", weder ist es wirklich gesund, noch wird damit gesund und natürlich umgegangen. Hier wird der Körper regelrecht "vergewaltigt", was Buddha aber mit seiner Lehre des Mittleren Weges eindeutig abgelehnt hat.
Dies war aber nicht immer so in der ZEN-Historie. Es gibt Quellen, wo erwähnt wird, dass ZEN-Mönche langsam und bedächtig gespeisst hätten.
Kein Essen darf verschwendet werden, insofern darf auch nicht einmal ein einzelnes Reiskorn übrig bleiben. Die Essschalen müssen vollständig leer gegessen werden. Dann wird mit Tee oder heissem Wasser, die Essschale noch einmal geschwenkt und dies auch noch ausgetrunken.
Früher sind die ZEN-Mönche mit Ihren Essschalen noch betteln gegangen - das ist durchaus noch in Ostasien sehr verbreitet. Hier muss der Mönch alles essen was ihm ein Spender in seine Essschale tut, es darf auch hier nichts verschwendet werden. Dieses Essenbetteln geschieht noch aus zwei wesentlichen Gründen: dem Spender eine gute Tat ermöglichen und den ZEN-Mönch in Demut zu üben - das fällt wohl gerade Japanern extrem schwer.

"Das Mittagessen wird so zu einer der wenigen Gelegenheiten, in denen Mönche und Gläubige in einem immer noch ritualisierten, aber eigentlich recht frei gestaltbaren Kontext miteinander kommunizieren können."
Buddhistische Klöster in Laos

Wann Essen ZEN-Mönche / buddhistische Mönche?
Es ist geregelt, dass ein Buddhist (normalerweise) nur morgens und mittags essen darf. Häufig morgends so ca. 7 Uhr und die Mittagsmahlzeit muss bis spätestens 12 Uhr beendet sein. Nach 12 Uhr darf ein buddhistischer Mönch nicht mehr essen. Je nach Land und Temperatur in dem Land gibt es regional noch ausnahmen, wo solche Mönche spät nachmittags / abends noch eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen dürfen.

"In den wohlhabenden städtischen Klöstern isst man teilweise recht opulent und hat beim Mittagessen die Auswahl zwischen mehreren Suppen, Gemüse, Fleisch und Spezialitäten der Regensaison wie Muscheln, Froschschenkel und geröstete Wasserkäfer"
Buddhistische Klöster in Laos

Was Essen ZEN-Mönche und ZEN-Anhänger?
Reis ist das Hauptnahrungsmittel für ZEN-Mönche. Nicht, dass dies von Buddha so vorgegeben wurde - es ist halt das Grundnahrungsmittel in den Ländern wo ZEN herkommt. Viele ZEN-Klöster bauen noch selbst Reis an und haben grosse Reisspeicher. Der Mönch der diese verwaltet hat, war hoch angesehen.
Für uns Westler dürfen es dann gerne auch andere Getreidesorten oder Kartoffeln sein.
Zu dem Reis gibt es in den Klöstern dann noch ein klein wenig Gemüse. Häufig wird aus Resten noch einmal eine Suppe aufgekocht.

"...dass Fleisch nur unter zwei Bedingungen von Mönchen gegessen werden soll: wenn sie das Töten nicht gesehen haben und wenn die Tiere nicht extra ihretwegen getötet worden wären."
aus dem Buch Zu den Quellen des Buddhismus

"In Thailand und Burma darf, wer wirklich tugendhaft leben will, nie ein Ei aufschlagen. Die Kaufleute umgehen geschickt dieses Verbot, indem sie immer einen Vorrat an Eiern parat haben, die 'zufällig' angeknackst sind. Wohlhabende Buddhisten können ihre Diener auffordern, die Eier aufzuschlagen; den Herrn trifft keine Schuld, weil er nicht selber getötet hat, und der Diener bleibt schuldlos, weil er einem Befehl gefolgt ist."
Der Ernährungsverhaltensforscher Marvin Harris

Wie aus dem letzten Zitat zu ersehen ist, "tricksen" halt auch die buddhistischen Anhänger, um einerseits formal "gut buddhistisch" zu sein und andererseits doch die (negativen) Angewohnheiten nicht ändern zu müssen. Das ist halt der Preis dafür, dass sich der Buddhismus so weit ausbreiten und andere Kulturen durchdringen konnte.

"Gemäß der Tradition des Theravada Buddhismus ist Reinheit Voraussetzung für Weisheit und Mitgefühl, und ernsthafte Theravadins mißbilligen jegliches Töten."
"Mahayana Mönche können im allgemeinen Vegetarier sein, weil es ihnen erlaubt ist, ihr Land selbst zu bestellen. Theravada Mönche dagegen sind völlig abhängig von ihren Nahrungsspendern, und müssen somit essen, was immer sie angeboten bekommen inklusive Fleisch."
Professor Sulak Sivaraksa

(ZEN-) Buddhisten sind primär Vegetarier!!
Es gibt immer wieder unsägliche Diskussionen, dass Buddhisten keine Vegetarier sind oder Fleisch essen sollen/müssen. Aus dem Buddhismus heraus ist es ganz klar, dass kein Buddhist (weder Mönch noch Laie) ein Tier töten darf, auch nicht zur Ernährung. Das Töten eines Tieres erzeugt schlechtes Karma (sowohl für den Schlachter als auch für den "Esser"!) und gerade das wollen/müssen ja die Buddhisten verhindern! Insofern sind die meisten strengen Buddhisten oder auch Mönche ganz einfach Vegetarier, bis fast sogar Veganer.

"Im Bewusstsein des Leidens, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, verspreche ich, mitfühlend zu sein und zu lernen, das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen zu schützen. Ich bin entschlossen, nicht zu töten und es nicht zuzulassen, dass andere töten. Kein Akt der Zerstörung soll meiner Aufmerksamkeit entgehen, sei es in meinen Gedanken oder meiner Lebensweise."
Thich Nhat Hanh

"Wie kann ein Lama, der niemals ein Tier töten würde, Fleisch essen? Warum musste bei den tsok pujas Fleisch offeriert werden? Für viele Aussenstehende war das reine Heuchelei. Aber wir mussten lernen, damit zu leben - Hauptsache, wir beteten für die Befreiung aller Wesen."
aus dem Buch Erfahrungen einer den tibetischen Buddhismus praktizierenden Vegetarierin

Einzige Ausnahme für ZEN-Mönche ist das Essen von ihrem Bettelgang. Klassisch hat der buddhistische Mönch bis um 12 Uhr mittags seine Hauptmahlzeit zu erbetteln. Er darf dabei nicht wählerisch sein: er muss in das nächstbeste Haus gehen und essen, was man ihm gibt. Bekommt er nun etwas Fleisch gespendet, muss er das auch essen und darf weder die Annahme verweigern, noch das Fleisch fortwerfen. Somit ist sichergestellt, dass die Essenspende auch angenommen und gewürdigt wird. Die Folge davon war schon zu Buddhas Zeiten, dass er und seine Anhänger häufig Magen-/Darmkrank waren, weil sie eben auch schlechtes Essen, ungesundes Essen, ungewohntes Essen vollständig aufessen mussten.

"Ich esse nur vegetarische Nahrung, ich halte mich stets an die Gebote."
ZEN-Meister Joshu

Buddha sagt: "Um keine Lebewesen zu schrecken, ... kein Fleisch essen ... Es ist nicht wahr, dass Fleisch richtige und erlaubte Nahrung ist, wenn das Tier nicht von ihm selbst getötet wurde, wenn er andere nicht beauftragt hat, es zu töten, wenn es [das Töten des Tieres] nicht speziell für ihn erfolgt ist ... Es mag in Zukunft Menschen geben, die … unter dem Einfluss ihres Verlangens nach Fleisch viele ausgeklügelte Argumente auf die verschiedensten Arten hervorbringen, um den Fleischverzehr zu rechtfertigen … Aber … der Fleischverzehr in jeder Form, auf jede Art und Weise, ist überall und ohne Ausnahme und für immer verboten ... Ich habe niemandem das Fleischessen erlaubt, ich erlaube es nicht und ich werde es nicht erlauben."
Lankavatara-Sutra

Tierisches Essen in ZEN-Klöstern?
In der Regel gibt es in ZEN-Klöstern nur vegetarisches oder sogar veganes Essen. Aber es gibt wohl auch einzelne Ausnahmen. Von einem japanischen Kloster habe ich gehört, dass es dort auch kleine Fisch- und Fleischportionen gibt. Das hat aus meiner Sicht 2 Gründe: entweder wollte man potentiellen Mangelerscheinungen vorbeugen und hat etwas tierische Produkte zugelassen oder die Mönche sollten lernen weder am Fleischessen noch am Nicht-Fleischessen anzuhaften.

"Was da besondere Speisen sind ... Butter, Honig, Milch, saure Milch, Fisch, Fleisch ... ein Mönch, der solche Speisen geniesst, sofern er nicht Krank ist (und das als Arznei nimmt!), ist der Busse schuldig."
Aus den Reden des Buddha: die Beichtfeier

"... die Ordnung derer verkünden, die im häuslichen Leben verbleiben, wie ein Jünger ... Er töte kein lebendes Wesen und lasse nicht töten, und wenn Andere töten wollen, lasse er es nicht zu."
Aus den Reden des Buddha: die Pflichten von Mönchen und Laien

"Wenn wir selber das Leiden ueberwinden wollen, warum sollen wir es dann anderen zufuegen? Wenn Du Deinen Geist nicht so weit bringst, dass er selbst den Gedanken an Gewalt und Toeten verabscheut, wirst Du Dich von den Fesseln dieser Welt nie befreien"
heist es im SURANGAMA-SUTRA

Tierisches Essen in buddhistischen Klöstern?
Es gibt wohl buddhistische Klöster wo (gedankenlos) Tierleichenteile konsumiert werden und andererseits dort auch genau die buddhistischen Schriften studiert werden, wo dies untersagt ist. Dies ist für die Mönche lokal wohl nicht immer ein Problem.
Aus meiner Sicht gibt es 2 wesentliche Gründe warum in solchen Klöstern auch tierische Nahrung richtig fokussiert wird:
1. Der Buddhismus hat die lokalen Religionen und Bräuche integriert - damit eben auch das gewohnte Essen von Tierleichenteilen.
2. Nicht in jeder Region wo der Buddhismus vorkommt (Tibet, Nepal, ...), gibt es zu jeder Jahreszeit genug pflanzliche Lebensmittel, insofern ist man dort auf tierische Nahrungsmittel angewiesen, um überleben zu können.

Gespräch zwischen dem Arzt Jivaka und dem Buddha: "Menschen, die die Gelübde des Mitgefühls, denen die Bhikkhus folgen, verstehen, reichen den Mönchen nur vegetarische Speisen. Doch es kann auch vorkommen, dass jemand nur Speisen hat, die mit Fleisch zubereitet sind ... Jivaka, eines Tages werden alle Menschen verstehen, dass die Bhikkhus nicht wollen, dass Tiere getötet werden. Dann wird niemand den Bhikkhus mehr Fleisch anbieten, und die Bhikkhus brauchen nur noch vegetarische Gerichte zu essen."
Buddha

"Diejenigen, die gegen das Töten sprechen und wünschen, daß das Leben aller Lebewesen geschont wird, haben recht. Es ist gut, selbst Tiere und Insekten zu schützen. Aber was ist mit denen, welche die Zeit totschlagen, was mit denen, die Reichtümer zerstören, und mit denen, welche die nationale Wirtschaft ruinieren? Die sollten wir nicht übersehen. Und was ist mit dem, der ohne Erleuchtung predigt? Er tötet den Buddhismus."
Meister Gasan zu seinen Anhängern

Mit oder ohne Fleisch zur buddhistischen Erleuchtung?
Nur formell möchte ich noch jeden "Buddhisten" und Leichenteileesser in Erninnerung rufen, dass die Fleischernährung für die meisten unserer Zivilisationskrankheiten wesentlich mitverantwortlich ist. D.h. isst Du kein Fleisch bekommst Du auch viele der gefürchteten Krankheiten nicht. Nach Buddha soll man aber für seinen Körper und seine Gesundheit sorgen und weder sich selbst gesundheitlich schaden durch essen ungesunder Nahrung (nur als Bettelmönch darfst Du das!) noch durch Deine Fleischgier andere Menschen (Metzger) dazu verführen / verurteilen Tiere zu töten.
Falls Du Dich an die ethischen Regeln Buddhas halten möchtest, darfst Du gleich aus mehrfacher Hinsicht kein Fleisch essen und Tiere töten (lassen), weder als Mönch noch als Laie.
Aber es gibt noch Aspekte, welche einem Tierleichenesser nicht in den Sinn kommen können, da es ihnen dazu an persönlicher Erfahrung mangelt. Wer alle seine Mitgeschöpfe so sehr liebt und eins mit Ihnen isst, dass er sie weder töten noch essen könnte, der hat Buddhas Lehre schon zu einem sehr grossen Teil in seinem Leben umgesetzt und ist schon mitten in der Erwachung im Sinne Buddhas. Hier ist man nach Buddha schon ein Stromeingetretener und kann nicht mehr zurück fallen - man kommt zwangsläufig zur Erleuchtung.
Nach dem indischen Ayurveda (z.Z. Buddhas schon bekannt) fördert Fleischkonsum die tamasichen Eigenschaft des Menschen. D.h. demnach leben solche Menschen überwiegend im Ichbewusstsein, sind dumpf und ungeistig. Aber Buddhisten wollen ja gerade dieses Ichbewusstsein überwinden und nicht dumpf dahin leben, sondern voll erwacht sein. Also steht das Essen von Fleisch genau diesen Zielen stark entgegen.
Was Leichenteileesser häufig nicht wissen, erfahren haben oder wollen ist, dass Fleischessen für die Meisten eine Sucht ist - nach Buddha sind solche starken Anhaftungen eben ein Hindernis zur Erwachung. Nun steht es aber jeden Fleischesser frei selbst zu prüfen, wir stark er dem Fleischkonsum anhaftet oder es für ihn kein Problem ist, z.B. einmal ein Jahr kein Fleisch zu essen ...
Auf der anderen Seite haben Fleischesser noch nie erleben dürfen, welche Erleichterung und Befreiung es bedeutet, nicht mehr dem Zwang des Fleischessens anhaften zu müssen. Fleischesser sehen die Welt dumpf (tamas) wie aus einem Traum heraus. Nur ist das für sie "normal" und können sie sich nichts anderes vorstellen. Wichtig wäre es für Fleischesser einmal aus diesem Traum aufzuwachen und eine Vergleichsmöglichkeit zu haben. Denn nur das was man persönlich erfahren hat, hat dann doch einen ganz anderen Stellenwert, als wenn einem das nur erzählt wird. Aber das ist genau schon der wesentliche Erweckungsprozess, den ein Fleischesser erlebt, wenn er nicht mehr Fleisch isst. Wenn man diese Anhaftungen auch in allen anderen Lebensbereichen in genau derselben Weise ablegt, erlangt man die volle Erwachung Buddhas - das ist der buddhistische Weg.
Dass buddhistische Anfänger gerne darauf verweisen, dass es auch "Meister" gab, welche Fleisch konsumiert haben und offensichtlicht erleuchtet waren, ist für sie selbst eine unzulässige Verallgemeinerung. Falls jemand wirklich vollständig aus den negativen Karmischen Wirkungen und dem Kreislauf der Widergeburt ausgestiegen ist, könnte er (muss aber nicht!) "ungestraft" wieder gelegentlich Fleisch konsumieren. Nur ein Schüler / Anfänger ist definitiv nicht so weit dies folgenlos praktizieren zu können. Auf der anderen Seite können Buddhistische "Anfänger" meist noch nicht so viel positives Karma produzieren, dass dies weit das negative Karma des Fleischkonsums überwiegt.

Was sollte ein moderner, westlicher ZEN-Anhänger essen?
Da Nahrungsmittel vom toten Tier das (negative) Karma des Essenden vergrössern, ist es für jeden Praktizierenden deutlich leichter in seiner Entwicklung voran zu schreiten, wenn man weder Fleisch noch Fisch zu sich nimmt. Übrigends ähnliche Zusammenhänge hat auch bei uns im Westen Rudolf Steiner festgestellt - auch seine Ernährung kann der geistigen Entwicklung sehr förderlich sein.
Das Essen sollte einfach und bescheiden sein: keine Völlrei, kein Luxus und keine Nahrungsmittel fortwerfen. Das Essen sollte gesund für Körper und Geist sein. Das Essen sollte gewürdigt werden und in meditativer Haltung zu sich genommen werden.
Für Japan"-fanatiker" und Menschen mit alternativem Ernährungsdrang, ist es nicht das Schlechteste, sich nach der Makrobiotik von George Ohsawa zu ernähren. Damit wird man sich gesünder ernähren, als der "Durchschnittsdeutsche".
Wer den besonders hohen Anspruch hat, sich auch über das Essen vollständig aus dem Karma auszukoppeln, kann überlegen zu seiner Ernährung weder Tiere noch Pflanzen zu töten (z.B. Sonnenkost). Solche Menschen können sehr schnell erwachen, das sie über das Essen jedes neue negative Karma abschneiden und echtes Mitgefühl mit allen Wesen auch im Alltag leben.

"Tiere zu töten und Fleisch zu essen kann für eine einfache Agrargesellschaft oder für dörfliches Leben angemessen sein, doch existiert einmal ein kompliziertes MarktSystem muß der erste buddhistische Grundsatz erneut sorgfältig geprüft werden. In Industriegesellschaften wird Fleisch behandelt wie jedes andere Produkt. Kennt die Massenproduktion von Fleisch irgenwelchen Respekt gegenüber dem Leben der Tiere?"
Professor Sulak Sivaraksa

"...werden heute in den städtischen Klöstern oft Massen an Nahrungsmitteln gespendet, die gar nicht konsumiert werden können. Zu einer der beliebtesten Gaben gehören dabei bunt verpackte Schokoriegel, die in großen Mengen im Tempel angehäuft werden."
Buddhistische Klöster in Laos

Metzger und Schlachter sind geächtete Berufe ...
Sowohl in Indien (Buddhismus, Hinduismus) als auch in Japan (ZEN) sind Schlachter eine niedere menschliche Existenz und werden ausgegrenzt. In Indien hat man das häufig so gelöst, dass Buddhisten/Hindus selbst nicht schlachten, dafür dann aber Moslems in Anspruch nehmen.
Noch vor dem 19. Jahrhundert wurde Fleischkonsum in Japan häufig in Folge der Buddhistischen Lehre missbilligt. Ab dem 19. Jahrhundert greift auch hier die Degeneration der Japaner um sicht. Metzger werden als Ausgestossene betrachtet und gehören den "burakumin" an, einer aller untersten "Kaste" in Japan, die ausgegrenzt werden, unter sich bleiben und am untersten sozialen Ende der Gesellschaft leben. Es darf nur unter sich geheiratet werden und selbst ein Universitätsstudium eines Burakumen, ermöglichst diesem (i.d.R.) nicht seiner untersten sozialen Stellung zu entkommen.

"Sie kennen zwar die Gründe, die dafür sprechen würden, den FIeischkonsum aufzugeben, wollen aber nicht. Schlimmer noch, anstatt in diesem Punkt ehrlich zu sich selbst zu sein, verbergen viele ihre wahre Motivation hinter wohlklingenden buddhistischen Konzepten wie dem der "Nichtanhaftung". Aber gerade die Fortsetzung der Praxis, Tiere zu essen, obgleich man weiß, daß es unnötig ist, ist gewöhnlich nichts anderes als Anhaften an selbstsüchtigen Vorlieben."
BODHIN KJOLHEDE

"... zu sehen, wie viele amerikanische Buddhisten sich in selbstgerechter Übereinstimmung darüber befinden, Fleisch zu essen. Manche bemühen kühn die Doktrin der Leerheit und beharren darauf, es gäbe weder ein Töten noch ein fühlendes Wesen, das getötet werde."
BODHIN KJOLHEDE

Interessante Links: Alle Wesen: Buddhismus und Tierschutz
Vergleich der Ernährung vegetarischer buddhistischer Nonnen.
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Fleischverzehr im Buddhismus: Ein Überblick
Buddhismus ist nicht Vegetarismus - Aber ...
Sind Buddhisten Vegetarier?
Fleischessen im Buddhismus und anderen Religionen
Eileen Weintraub: Vegetarier und tibetischer Buddhist
Aussagen aus dem Sutra zum Thema Fleischessen
HOW TO COOK YOUR LIFE

"Nach meinem Verscheiden werden überall verschiedenartige Geistwesen auftreten, die die Menschen in die Irre führen, indem sie lehren, dass man Fleisch essen dürfe und dennoch zur Erleuchtung gelangen könne ... Wie aber kann ein Mönch, der andere zur Befreiung zu führen gedenkt, sich am Fleische lebendiger Geschöpfe laben?"
Buddha im Surangama-sutra

"Vor ZEN-Klöstern wird eine Steintafel (Kaidan-Stein) aufgestellt mit der Aufschrift:
Der Genuss von Fleisch, Fisch und Alkohol ist untersagt."
Der Kaidan-Stein